Kliniken und Praxen für Strahlentherapie in Norddeutschland

Sekretariat:
Dr. med. Hans-Jürgen Brodersen, Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital, Abteilung für Strahlentherapie
Waldstraße 17, D 24939 Flensburg, Tel.: 0461-816 2442, Fax: 0461-816 2018, eMail: strahlentherapie-nord@gmx.de

Qualitätssicherung: Check-Liste für Strahlentherapie-Audits (historisches Dokument, Stand: 21.02.1998)
(Grundlagen: StrlSchV, Richtl. Strahlenschutz in der Medizin, RöV, MPG, MedGV, DIN 6827-1, 6827-3 u.a.)


A)

Krankenakte und Bestrahlungsprotokoll

 

1. Anamnese und Befund Ergebnis der Prüfung, Bemerkungen
1.1. Personalien und Anamnese:
Übliche klinische Angaben zur Erkrankung, frühere Erkrankungen und Begleitkrankheiten, ggf. Angaben über eine Schwangerschaft, frühere Strahlenbehandlungen und Verfügbarkeit der Protokolle
 
1.2. Körperlicher Untersuchungsbefund:
Allgemeiner und spezieller körperlicher Untersuchungsbefund, Allgemein- und Ernährungszustand, Karnofsky-Index, ggf. Tumorbefund mit Skizze, Lymphknoten
 
1.3. Sonstige Befunde:
Spezielle Untersuchungsbefunde und -berichte, ggf. OP-Berichte, Histologiebefunde, Arztbriefe
 
1.4. Aufklärung und Einverständniserklärung:
Unterschriebene Einverständniserklärung nach individuell gestalteter, mündlicher Aufklärung mit Dokumentation und Aushändigung einer Kopie an den Patienten (z.B. Perimed®-Bogen) nach den zum Behandlungszeitpunkt geltenden Richtlinien des Bundesgerichtshofes
 
2. Diagnose und Verordnung Ergebnis der Prüfung, Bemerkungen
2.1. Klinische Diagnose:
Behandelte Krankheit (Monat/Jahr der Dokumentation), Grundkrankheit, ICD-Schlüssel, Stadium oder TNM-Klassifikation, Histologie, Grading, ggf. Rezeptor-Status, Menopausen-Status, Tumormarker, Risiko-Index etc., vorausgegangene Behandlungen und Operationen, eingeleitete adjuvante Behandlungen, wichtige Begleitkrankheiten und -behandlungen
 
2.2. Strahlentherapeutische Verordnung:
Indikationsstellung, Behandlungskonzept, ggf. Zuordnung zum Gesamt-Behandlungskonzept (z.B. Radio-Chemotherapie oder Studienprotokoll), Zielsetzung (kurativ, palliativ, adjuvant etc.), Zielvolumen und Risikobereiche, Feldbezeichnungen, Strahlenart und -qualität, Bestrahlungsmethode und -technik, Dosierungsangaben (Referenzdosis nach ICRU 50, Lage der Referenzdosispunkte, Einzeldosis, Gesamtdosis, Fraktionierung, Fraktionierungsrhythmus, ggf. Felderzyklus), Protokollierungsstufe, Kontrollen und Kontrollabstände, Planänderungen, Datum, verantwortlicher Arzt
 
3. Teletherapie Ergebnis der Prüfung, Bemerkungen
3.1. Simulation und Planungsunterlagen:
Simulatordaten, Lokalisationsaufnahmen (Meßaufnahmen), Körperschnitt-Darstellungen, ggf. Dosistabellen, Planungs-CT-Schnitte, 3-D-Planungsunterlagen, Isodosenpläne, ggf. Dosishistogramme, Simulationsaufnahmen (Feldkontrollaufnahmen) - fachkundig kontrolliert 
 
3.2. Angaben zur Lagerung des Patienten:
Patientenlagerung, Lagerungsvorrichtungen und Fixierungshilfen (Maske), Tischpositionen, Fokus-Haut-Abstand, ggf. Maßnahmen zum Strahlenschutz des Patienten (Bleiabdeckungen)
 
3.3. Festlegung der physikalischen Bestrahlungsparameter:
physikalischer Bestrahlungsplan nach DIN 6827-1 mit Bezeichnung des Bestrahlungsgerätes, Strahlungsart und -qualität, Einzel- und Gesamt-Grenzdosis, Beitrag der einzelnen Felder zur Zielvolumendosis mit zugehöriger Gewichtung, ggf. Dosis in Risikobereichen, Dosismonitor- und Bestrahlungszeit-Vorwahl, Bestrahlungstechnik (Stehfeld-, Bewegungsbestrahlungen, Kombinationen), Fokus-Isozentrum- bzw. Referenzpunkt-Abstand, Feldgröße, Blendendrehwinkel, Gantrywinkel, ggf. Rotations-, Neigungs-, Auslenkwinkel, ggf. Zubehör und Hilfsvorrichtungen (Keilfilter mit Orientierung, Satellitenblenden, Multileaf-Kollimator, Kompensatoren, Moulagen), verantwortliche Personen, Kontrolle aller Dosisberechnungen und Isodosenpläne durch den Medizinphysiker
 
3.4. Ersteinstellung:
Ersteinstellung durch fachkundigen Arzt, Protokoll-Kontrolle durch Medizinphysiker, Einstellfotos (Lagerung, Feldpforten)
 
3.5. Verifikation:
Anweisungen zur Verifikation, Verifikationsaufnahmen, ggf. Portal-Imaging-Foto - fachkundig kontrolliert, nach Ersteinstellung, bei Änderungen und nach Bedarf, ggf. dosimetrische Verifikationen
 
3.6. Bestrahlungsnachweis:
Protokollierung gemäß DIN 6827-1, Dokumentation der durchführenden MTRA, regelmäßige Kontrollen durch fachkundigen Arzt und Medizinphysiker, Arzteinstellung einmal wöchentlich, Einstellung durch fachkundigen Arzt und Medizinphysikerkontrollen bei Änderungen, Signaturen (ggf. Kürzelbuch)
 
4. Brachytherapie  Ergebnis der Prüfung, Bemerkungen
4.1. Protokollierung:
Protokollierung der Brachytherapie mit umschlossenen Strahlungsquellen in Afterloading- oder manueller Technik nach DIN 6827-3 gemäß Protokollierungsstufe 1, 2 oder 3
 
4.2. Strahlentherapeutische Methode:
Intrakavitäre Therapie, Interstitielle Therapie, Kontakttherapie;
HDR-, MDR-, LDR-, PDR-Bestrahlung; Verwendung individueller Applikatoren und ggf. Templates zur optimierten Dosisverteilung
 
4.3. Dokumentation der Lage des Applikators, der Meßsonden und Risikobereiche:
Röntgen-Aufnahmen oder Bildschirmkopien in 2 Ebenen mit ungeladenem Applikator für jede Bestrahlungsserie mit Dokumentation der Lage von Applikator und Meßsonden sowie ggf. konventionell radiologisch darstellbarer kritischer Organe (z.B. Blase, Rektum etc.)
 
4.4. Isodosenberechnung im Zielvolumen und Risikobereich:
Standardisiert mit Hilfe von Tabellen (Stufe 1) oder individuell mit Hilfe eines Bestrahlungsplanungssystems anhand radiographischer Rekonstruktionen (Stufe 2) oder nach dreidimensionaler Lokalisation und 3-D-Planung mit Hilfe von Schnittbildverfahren (Stufe 3) unter gesonderter Archivierung der Schnittbilddaten, digitalen Rekonstruktionsradiographien und ggf. der Dosisvolumenhistogramme
 
5. Bestrahlungsverlauf und -abschluß Ergebnis der Prüfung, Bemerkungen
5.1. Verlaufsdokumentation und weitere Kontrollmaßnahmen:
Begründung von Protokolländerungen oder vorzeitigem Abbruch der Bestrahlung, Anweisungen für ärztliche Kontrolluntersuchungen, regelmäßige Arztuntersuchungen, Führung der Krankenakte
 
5.2. Abschluß der Bestrahlung:
Fachkundige Entscheidung über Abschluß der Bestrahlung, Abschlußuntersuchung (Karnofsky-Index, AZ und EZ), ggf. Tumorrückbildung, Nebenwirkungen, Organisation der Nachuntersuchungen
 
5.3. Arztbrief:
Personalien, Behandlungsdatum, Diagnose mit Kurzbeschreibung des Erkrankungsverlaufs, Indikationsstellung, Behandlungsziel und -konzept, ggf. Studie, Zielvolumina, Strahlenart und -qualität, Gesamt-Referenzdosis, Verträglichkeit und Nebenwirkungen, Empfehlungen zur Nachbehandlung, Wiedervorstellung und Nachsorge
 
5.4. Nachuntersuchungen:
Eigene Nachuntersuchungen oder Bemühungen, Verlaufsinformationen zu bekommen, Dokumentation der Nebenwirkungen und Spätfolgen nach RTOG / EORTC
 

B)

Strukturelle Grundlagen

 

6. Medizinische Physik  Ergebnis der Prüfung, Bemerkungen
6.1. Teletherapiegeräte:
Regelmäßige sicherheitstechnische Prüfungen
a) betriebsintern (Medizinphysiker)
b) extern (z.B. Hersteller, TÜV)
Konstanzprüfungen gemäß DIN 6846-5 bzw. DIN 6847-5
Betriebstagebuch
 
6.2. Afterloadinggeräte:
Regelmäßige sicherheitstechnische Prüfungen
a) betriebsintern (Medizinphysiker)
b) extern (z.B. Hersteller, TÜV)
Konstanzprüfungen gemäß DIN 6853-5
Quelleneingangsdosimetrie gemäß Empfehlung DGMP-Arbeitskreis (Z.f.Med.Phys. 1,1,1991, S. 38-41)
Betriebstagebuch
 
6.3. Manuelle Strahlerapplikation:
Regelmäßige sicherheitstechnische Prüfungen
Dichtigkeitsprüfungen, Abschirmmaßnahmen, Betriebstagebuch
 
6.4. Simulator:
Regelmäßige sicherheitstechnische Prüfungen
a) betriebsintern (Medizinphysiker)
b) extern (z.B. Hersteller, TÜV)
Konstanzprüfungen gemäß RöV
Betriebstagebuch
 
6.5. Bestrahlungsplanung:
Konstanzprüfung gemäß DIN 6873-3
 
6.6. Dosierung:
Dosierungstabellen, TMR/TD-Tabellen
 
6.7. Dosiskalibrierung:
entsprechend nationalem Standard, Anschlußmessungen, externe Dosierungsvergleiche
 
6.8. Dosisberechnung:
Kontrolle der Berechnung und Protokolle, bei Betreuung durch auswärtigen Physiker innerhalb von spätestens 3 Tagen
 
6.9. Fixierhilfen:
Ausrüstung, Zustand
 
6.10. Werkstatt, Absorberherstellung:
Ausrüstung, Zustand
 
6.11. Ausfallkonzept:
gemäß Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin (7.3.1)
 
     
7. Radioonkologie Ergebnis der Prüfung, Bemerkungen
7.1. Strahlenschutz:
Auslage der Verordnungen und Strahlenschutzanweisungen, schriftliche Festlegung der Strahlenschutzbeauftragten mit Verantwortungsbereichen, Dokumentation der halbjährlichen Strahlenschutzbelehrungen, ggf. Ärztliche Überwachung der Mitarbeiter, Archivierung der Bestrahlungs-Protokolle
 
7.2. Therapiestandards:
Einhalten der gültigen Therapiestandards (Lehrbücher), Leitlinien (Fachgesellschaften, NCI) oder Empfehlungen (Tumorzentren, Onkologische Schwerpunkte u.a.), wissenschaftlich anerkannte Gestaltung von Studien
 
7.3. Dienstbesprechungen und Weiterbildung:
Regelmäßige, zumindest wöchentliche Dienstbesprechungen des Mitarbeiterteams, einschlägige Fachbibliothek, regelmäßige Weiterbildung (Literaturstudium, Seminar- und Kongreßbesuche)
 
7.4. Onkologische Konferenzen:
Teilnahme an fachübergreifenden onkologischen Konferenzen, ggf. Teilnahme an einem Tumorzentrum oder Onkologischem Schwerpunkt
 
7.5. Personalausstattung:
Angemessener Stellenplan (Ärzte, Physiker, MTRA) im Verhältnis zum regional vergleichbar üblichen Mittelwert
 
7.6. Geräteausstattung und -auslastung:
Angemessene Geräteausstattung und -auslastung im Verhältnis zum regional vergleichbar üblichen Mittelwert, Einhaltung der Vorschriften des Medizinprodukte Gesetzes (MPG, Med GV)
 
7.7. Bettenstation (falls vorhanden):
Einhaltung klinischer Qualitätsstandards
 
7.8. Leistungserfassung (nach Möglichkeit):
Definition, Erfassung und Auswertung wesentlicher Leistungsdaten, Einbringung der Daten u.a. in die "Norddeutsche Radioonkologie-Datenbank"
 
7.9. Abrechnung (Prüfung fakultativ, nur falls gewünscht):
Schlüssigkeit der Leistungserbringung nach Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit gemäß GOÄ, EBM und einschlägiger Kommentare (z.B. Abrechnung der Zielvolumina, Umplanungen, Individualblöcke, Multileaf-Kollimator, Lagerungshilfen und anderer Sachkosten), ggf. Multiplikator, persönliche Leistungserbringung
 

Impressum - Disclaimer


Zusammenstellung: Dr. med. Hans-Jürgen Brodersen, Facharzt für Strahlentherapie (D), Waldstraße 17, D 24939 Flensburg  -  (Private Homepage)